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Männer | Regionalliga Nordost

BFC Preussen vs. ZFC Meuselwitz
2 : 1

DIE ABWÄRTSSPIRALE DREHT SICH WEITER


Es tut so unheimlich weh und greift mich persönlich emotional enorm an, wenn man sieht, wie unserer Mannschaft immer mehr die Felle davonschwimmen. Auch am Samstag, dem 09.05.2026, bei der Auswärtspartie gegen den BFC Preussen, die im Rahmen des 33., also vorletzten, Spieltages der Regionalliga Nordost ausgetragen wurde, gingen die Schützlinge von Trainer Georg-Martin Leopold leer aus. Dabei fiel der Siegtreffer für den Gastgeber wieder erst kurz vor Toresschluss. Zwar hatte unser ZFC in der ersten Halbzeit alles im Griff und ging auch durch einen Treffer von Califo Baldé verdient in Führung, verpasste es aber wieder, trotz einiger Möglichkeiten, diese auszubauen. So glichen die Preussen quasi mit ihrer ersten guten Gelegenheit zu Anfang der zweiten Hälfte durch einen Schuss von Nikolas Frank aus und konnten am Ende sogar noch durch Fritz Schröder kurz vor dem Abpfiff den Siegtreffer erzielen. So verlor unser ZFC das sechste Spiel in Folge und ist nun im Kampf um den Klassenerhalt gänzlich auf fremde Hilfe angewiesen.

Eigentlich wusste jeder, was die Stunde geschlagen hat. Und so traten unsere Jungs auch zu Anfang der Partie, die im altehrwürdigen Preussen-Stadion vor 227 Zuschauern, darunter gut 20 Zipsendorfern, stattfand, auch auf. Zipse versuchte, Druck aufzubauen, und die Hausherren ließen es gewähren. Man hatte das Gefühl, der Gastgeber nimmt die Sache hier gar nicht ernst und will nur in Würde Preussen-Kapitän Patrick Breitkreuz verabschieden. Mehrfach tauchte unser ZFC im Strafraum der Berliner auf und hatte nach sechs Minuten durch einen Flugkopfball von Hendrik Wurr eine erste gute Torgelegenheit, die aber am Berliner Kasten vorbeiging. Kurz darauf versuchte sich auch noch Florian Hansch mit einem Abschluss, doch auch er verfehlte das Tor der Preussen (9.). Mit der Zeit verflachte die Partie etwas, doch noch immer war unser ZFC optisch das aktivere Team. In der 21. Spielminute marschierte Christoph Pauling auf und davon, brachte die Kugel vor das Tor, wo Califo Baldé perfekt eingelaufen war und den Ball zum 0:1 über die Linie drückte. Die Berliner schockte der Treffer wenig und nur ein paar Zeigerumdrehungen später verabschiedeten sie im Spalier ihren Kapitän in die Fußballrente: Alles Gute auch von uns an dieser Stelle. Viel Erwähnenswertes gab es dann in der Folge nicht mehr. Außer dass Christoph Pauling nach einem Zweikampf in der 37. Spielminute zu Fall kam, wobei jedoch die Pfeife des Schiedsrichters Christopher Gaunitz, der auf beiden Seiten viel durchgehen ließ, stumm blieb. Es war auch zu wenig für einen Elfmeter.

In der Halbzeitpause war es bei den Zipse-Anhängern wie so oft zuletzt recht still, und das trotz Führung. Ich will ehrlich sein: Viele haben den Glauben an den Klassenerhalt verloren und einfach nur Angst, wie es dann weitergeht. Schaut man in diesen Tagen in die Augen unserer etwas in die Jahre gekommenen treuen Auswärtsfahrer, hat man schon manchmal einen Kloß im Hals.

Nach Wiederanpfiff kam unsere Mannschaft besser aus der Kabine und hatte durch Florian Hansch zwei gute Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Zuerst verzog er bei einem Abschluss aus 12 Metern (48.). Und kurz darauf wurde sein Flachschuss, nachdem er von Christopher Pauling perfekt bedient worden war, noch vor der Linie geblockt (50.). Ja, in letzter Zeit gelingt eben unseren Offensivspielern so gut wie gar nichts. Vielleicht wäre die Partie anders gelaufen, wenn der Schiri nach 53 Minuten bei einem Zweikampf zwischen Florian Hansch und Leo Sommerfeld im Berliner Strafraum, bei dem Florian Hansch kurz liegen blieb, auf den Punkt gezeigt hätte. So nahm aber wieder einmal das Unglück seinen Lauf. Quasi im Gegenzug fiel dann der Ausgleich. Nikolas Frank schloss einen schönen Umschalter mit einem satten Schuss in den Winkel ab (53.). Danach wurde das Spiel offener. Die Hausherren mischten nun auch etwas mit, aber die wenigen Chancen auf beiden Seiten wurden gut wegverteidigt. Von unserer Mannschaft kam zu wenig und was kam, war zu ungenau. Nach gut einer Stunde wurde Florian Hansch nochmal stark von Theo Teßmer bedient, aber der Abschluss war wieder nicht von Erfolg gekrönt (63.). So verging die Zeit und nach 80 Minuten hatte Jasin Abou-Chaker nach einem Fehler in der Zipse-Abwehr noch eine Abschlussmöglichkeit, doch auch er hatte kein Glück. Als alle schon mit einem Unentschieden rechneten, kam der Auftritt des Fritz Schröder. Er war kurz zuvor eingewechselt worden, bekam den Ball serviert, tanzte ein paar Zipse-Kicker aus und vollendete ins lange Eck zum 2:1 (89.). Das war gleichzeitig der Lucky Punch, denn ein Zipsendorfer Freistoß in der Nachspielzeit, von Andy Trübenbach getreten, landete in der Mauer. Dann war Schluss. Die Berliner gewannen mit ganz wenig Aufwand gegen unseren ZFC. Nun ist es Tatsache: Erst am 30.5.2026, nach dem Relegationsrückspiel in Würzburg, weiß man, für welche Liga in Zipsendorf geplant werden kann. Und eines steht auch fest: Nie war die Abstiegsgefahr so groß wie jetzt gerade.

Fazit: Es ist schwer, die Situation zu beschreiben. Seit Wochen ist bei uns zu Hause Totenstille vor dem Spiel und mir persönlich ist vor Aufregung meist richtig übel. Es tut einfach verdammt weh, wenn ich nur daran denke, dass so eine Ära einfach zu Ende wäre und unser ZFC als Dino nicht mehr in der Regionalliga Nordost vertreten sein sollte. Eigentlich ist das unvorstellbar. Es liegt leider nicht mehr in unserer Hand, doch sollte es zum Super-GAU kommen und unser Herzensverein würde in die Oberliga absteigen, werde ich/wir auch in der nächsten Saison wieder mit dabei sein. Ich kann nur hoffen, dass es vielen in unserer großen ZFC-Familie, egal in welcher Position, genauso geht. Vereinsliebe kennt keine Liga!

PS: Besten Dank nochmal an unseren Thomas für die gut organisierte(n) Auswärtsfahrt(en) mit Kulturprogramm und natürlich an Präsident Hubert Wolf für die Bereitstellung der Presse- bzw. Fan-Busse. Zudem ein großes Dankeschön an unseren Georg vom Berliner ZFC-Fanclub sowie an Margit und Peter von Peters-Bierbar für die Gastfreundschaft.

Stimmen zum Spiel Georg-Martin Leopold (ZFC Meuselwitz) und Daniel Volbert (BFC Preussen): Schaut euch bitte die PK an. 

J.K.


Tore: 0:1 Balde (21.), 1:1 Frank (53.), 2:1 Schröder (89.)

BFC Preussen: Albers, Sommerfeld, Brandt, Fontein, Maric, Butkovic (78.Abou-Chaker), Ramadan (46.Adekunle), Häusl, Breitkreuz (26.Kühn), Fank (73.Schröder), Meyer (46.Dikarev)

ZFC Meuselwitz: Sedlak, Rehder, Oke, Pfeil, Nitschke, Wurr (74.Pilger), Teßmer (87.Jeck), Pauling, Balde (74.Trübenbach), Hansch, Schmökel

Zuschauer: 227

Gelbe Karten: Meyer (BFC), Pfeil (ZFC)

Schiedsrichter: Christopher Gaunitz | Marvin Tennes und Fabien Schlecht


Pressekonferenz

Spielzusammenfassung


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