ZIPSE SCHLÄGT ZUM SAISONAUFTAKT BÄRENSTARKE GLAUCHAUER
Was für ein Auftakt! Nach dem bitteren Abstieg in der vergangenen Saison ist unser ZFC Meuselwitz mit einem 2:0-Heimsieg gegen den VfB Empor Glauchau in die neue Oberliga-Saison gestartet. Und schon vor dem Anpfiff gab es den ersten Grund zur Freude: 637 Zuschauer fanden am Sonntag, dem 09.08.2026, den Weg in die bluechip-Arena. Darunter zahlreiche Gästefans aus Glauchau. Das war für den ersten Oberliga-Spieltag nach dem Abstieg durchaus eine Ansage und zeigte, dass das Interesse an unserem ZFC weiterhin groß ist.
Wie würde unsere Mannschaft den Sprung in die neue Liga verkraften? Diese Frage hatten sich wohl viele gestellt. Die Vorbereitung war ordentlich verlaufen, doch ein Pflichtspiel ist eben noch einmal etwas anderes. Und das bekam unser ZFC gegen einen sehr starken VfB Empor Glauchau auch gleich zu spüren. Unsere Mannschaft begann mit dem Versuch, das Spiel zu kontrollieren und über einen ruhigen Spielaufbau den Gegner unter Druck zu setzen. Die erste richtig gute Möglichkeit hatten allerdings die Gäste. Nach einem schnellen Umschaltmoment wurde Finn Hetzsch in der fünften Spielminute perfekt geschickt und lief allein auf Lukas Sedlak zu. Sein Abschluss landete am Pfosten. Da hatte unser ZFC richtig Glück. Unsere Kicker ließen sich davon nicht beeindrucken und versuchten weiter, das Spiel in den Griff zu bekommen. Nach zehn Minuten kam Alessandro Schulz zum Abschluss, setzte den Ball aber knapp neben das Tor. Zwei Minuten später fehlte auch nicht viel zur Führung: Franz Born brachte eine schöne Flanke in den Strafraum, Tim Kiesling setzte seinen Kopfball jedoch auch knapp neben das Gehäuse (12.). Danach wurde deutlich, was die Zuschauer an diesem Nachmittag erwarten würde. Unser ZFC wollte nach vorn spielen, musste aber gleichzeitig höllisch auf die schnellen Gegenangriffe der Glauchauer aufpassen. Die Gäste standen robust, lauerten geduldig und warteten nur auf den nächsten Fehler. Unsere Mannschaft machte es in manchen Situationen vielleicht auch etwas zu kompliziert und wollte den Ball beinahe bis ins Tor tragen. In der 23. Minute wurde es dann richtig brenzlig. Nach einer Unsicherheit in unserer Abwehr entwickelte sich im Zipsendorfer Strafraum ein wildes Durcheinander. Der Ball flipperte hin und her, und am Ende wusste wohl niemand so genau, wie die Kugel nicht im Tor landen konnte. Mal rettete Felix Müller und schließlich Lukas Sedlak. Durchatmen bei unserem ZFC! Glauchau blieb gefährlich. Nach einer guten halben Stunde musste sich Lukas Sedlak bei einem starken Schlenzer richtig lang machen und verhinderte den möglichen Rückstand. Unsere Mannschaft hatte aber ebenfalls ihre Möglichkeiten. Fritz Schröder bekam eine gute Gelegenheit, brachte allerdings nicht genügend Druck hinter seinen Abschluss, sodass der Gäste-Keeper sicher zupacken konnte (32.). Kurz darauf wieder die Gäste und ein Abschluss, der am Lattenkreuz landete. Fünf Minuten vor der Pause sorgte dann Alessandro Schulz noch einmal für Gefahr. Sein Wahnsinnsschuss zwang den Glauchauer Keeper Cedric Wimmer zu einer starken Parade. Der Ball wurde zur Ecke abgewehrt, die anschließend allerdings nichts einbrachte. So ging es mit einem 0:0 in die Kabinen. Ein Ergebnis, mit dem unsere Mannschaft nach den ersten 45 Minuten durchaus zufrieden sein konnte. Denn die klareren Chancen hatten sich die Gäste aus Glauchau erarbeitet.
In den Pausengesprächen gab es bei den Zipsendorfer Fans schon das ein oder andere lange Gesicht. So stark hatte man die Empor-Elf nicht erwartet. Man hoffte nun, dass von unseren Jungs in der zweiten Hälfte etwas mehr Druck kommen würde. In der Halbzeit reagierte unser Trainerteam und brachte zweimal frische Kräfte. Auch weil die Kicker, die den Platz verlassen mussten, schon mit Gelb vorbelastet waren. Unter anderem kam Eric Stiller für Fritz Schröder. Und Eric Stiller brauchte nicht lange, um auf sich aufmerksam zu machen. Nur vier Minuten nach Wiederbeginn setzte er sich energisch durch, zog in Richtung Strafraum und wurde dort zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. Elfmeter für unseren ZFC! Janik Mäder übernahm Verantwortung und blieb ganz cool. Sicher verwandelte er in der 49. Minute zum 1:0. Großer Jubel in der bluechip-Arena und die Hoffnung auf einen erfolgreichen Start in die neue Oberliga-Saison war plötzlich ganz greifbar. Doch wer nun gedacht hatte, unsere Mannschaft würde mit der Führung im Rücken befreiter nach vorn spielen, wurde schnell eines Besseren belehrt. Glauchau schüttelte sich kurz und übernahm anschließend immer mehr die Initiative. Die Gäste drängten unseren ZFC stellenweise tief in die eigene Hälfte, holten einen Eckball nach dem anderen und sorgten immer wieder für gefährliche Situationen. In der 57. Minute zog Lucien Hertel aus spitzem Winkel ab. Lukas Sedlak war noch dran und verhinderte Schlimmeres. Unsere Mannschaft kam nur noch sporadisch zu Entlastungsangriffen. Janik Mäder versuchte es nach gut einer Stunde mit einem Abschluss, verzog aber knapp. Ansonsten war vor allem unsere Defensive gefordert. Und mittendrin stand ein Lukas Sedlak, der an diesem Nachmittag wieder einmal einen ganz starken Eindruck hinterließ. Nach 71 Minuten hätte unsere Mannschaft dennoch beinahe für Entlastung gesorgt. Franz Born marschierte unaufhaltsam in die Glauchauer Hälfte und bediente Florian Hansch. Dessen Abschluss war allerdings zu harmlos, um den Gäste-Keeper ernsthaft zu gefährden. Kurz darauf musste wieder unser Torhüter ran. In der 74. Minute kam Glauchau nach einem Eckball zu einem Wahnsinnskopfball durch den Kapitän Tom Fischer. Lukas Sedlak reagierte blitzschnell und hielt den Ball mit einem starken Reflex. Damit hielt er auch die Führung unseres ZFC fest. Überhaupt entwickelte sich unser Keeper immer mehr zum sicheren Rückhalt unserer Mannschaft. Tom Fischer versuchte es in der Folge noch mehrfach, fand seinen Meister aber immer wieder in Lukas Sedlak. Die Partie stand jetzt auf Messers Schneide. Glauchau wollte unbedingt den Ausgleich, unsere Mannschaft musste dagegenhalten und hatte in dieser Phase leider auch einige unnötige Ballverluste. Die Gäste wirkten etwas aggressiver und machten immer mehr Druck. Aber unsere Mannschaft kämpfte. Und sie bekam trotz des zunehmenden Drucks auch ihre Chancen. In der Schlussphase wurde Florian Hansch nach einem schnellen Gegenstoß gefährlich, scheiterte aber am Glauchauer Keeper. Auch in der 86. Minute hatte unser Hanscher noch einmal die Riesengelegenheit, doch wieder blieb der Gäste-Torwart Sieger. Kurz vor Schluss gab es noch einen Riesenschreckmoment für unseren ZFC. Der in der zweiten Hälfte eingewechselte Abwehrrecke Latif Koné bekam den Fuß von Marius Bernhardt ins Gesicht und verlor dabei ein Stück Zahn. Unglückliche Aktion, keine Absicht, gelbe Karte für den Glauchauer. Und unser Neuzugang? Putzte sich den Mund ab und kämpfte bis zum Schluss weiter. Respekt! Es lief bereits die Nachspielzeit. Glauchau warf alles nach vorn und wollte unbedingt noch den Ausgleich erzwingen. Für unseren ZFC hieß es jetzt kämpfen, verteidigen und irgendwie die drei Punkte über die Zeit bringen. Und dann kam die 90. + 3. Minute. Noch einmal ging es nach einem Ballgewinn schnell nach vorn. Florian Hansch startete durch, hatte den Kopf oben und bediente perfekt Eric Stiller. Der blieb ganz cool und schob zum 2:0 ein. Was für eine Erleichterung! Die Freude bei unserer Mannschaft, auf der Bank und auf den Rängen war riesig. Nach einer langen und teilweise nervenaufreibenden zweiten Halbzeit war der Deckel endlich drauf. Kurz darauf pfiff der Schiedsrichter ab. 2:0. Drei Punkte. Ein Auftakt nach Maß.
Ganz so einfach, wie es das Ergebnis vermuten lässt, war es allerdings nicht. Der VfB Empor Glauchau hat unserem ZFC alles abverlangt und einen richtig starken Auftritt hingelegt. Die Gäste zeigten eindrucksvoll, was unsere Mannschaft in der Oberliga erwarten wird: körperlich robust, zweikampfstark, leidenschaftlich und jederzeit gefährlich, wenn sich die Möglichkeit zum Umschalten bot.
Fazit: Unser ZFC hat diesen ersten Härtetest angenommen und am Ende auch mit etwas Glück, aber keineswegs unverdient gewonnen. Gerade in der zweiten Halbzeit musste unsere Mannschaft leiden und sich auf ihre kämpferischen Qualitäten verlassen. Dass am Ende trotzdem die Null stand, ist auch ein Verdienst einer geschlossenen Mannschaftsleistung und eines hervorragend aufgelegten Lukas Sedlak. Natürlich gibt es noch einiges zu verbessern. Die vielen Ballverluste, die teilweise zu komplizierte Spielweise und die Phasen, in denen unsere Mannschaft den Gästen zu viel Raum überließ, werden sicher noch einmal Thema sein. Denn eines hat dieser erste Spieltag gezeigt: Der Weg zurück in die Regionalliga wird kein Spaziergang. Der erste Schritt ist aber gemacht. Und am Ende fragt wohl niemand mehr, wie die drei Punkte zustande gekommen sind. Wir haben in der Vergangenheit auch schon bessere Auftritte verloren. Nun heißt es, das Spiel zu analysieren und am Sonntag wieder anzugreifen. Respekt an die Kicker aus Glauchau für das starke Spiel und alles Gute für die weitere Saison. Für unseren ZFC geht es am Sonntag ins Brandenburgische. Da reist Zipse zum VfB 1921 Krieschow. Anstoß am 16.08.2026 im Sportpark Krieschow ist um 14 Uhr.
Stimmen zum Spiel Nico Quade (Trainer Empor Glauchau): Ein Statement fällt mir heute schwer. Wir haben eigentlich ein starkes Spiel abgeliefert. Hatten in der ersten Halbzeit zwar weniger Ballbesitz, aber das war auch gewollt. Wir wollten in die Kontersituation gehen, das haben wir sehr gut gemacht, haben daraus aber keinen Erfolg erzielt. Wir hatten ein paar Möglichkeiten, das 1:0 zu machen, gehen aber mit einem 0:0 in die Halbzeit. Dann ging es so weiter und wir wussten, dass Meuselwitz nun kommen muss. Ein individueller Fehler brachte dann den Elfmeter und das Gegentor. Das hat das Spiel etwas geöffnet für Meuselwitz. Trotzdem hatten wir auch danach noch Möglichkeiten, das Spiel auszugleichen. Am Ende haben wir eine sehr gute Leistung abgeliefert, aber ohne Erfolg, und daran müssen wir arbeiten. Georg-Martin Leopold (Trainer ZFC Meuselwitz): Ich bin froh, dass wir drei Punkte eingefahren haben, da ja bekanntlich das erste Spiel in der neuen Liga enorm schwierig ist. Alle erwarten, dass du gewinnst. Gut, dass uns die drei Punkte jetzt gutgeschrieben sind. Ich teile die Spielanalyse vom Nico in allen Teilen. Zur Halbzeit kann es auch 3:3 stehen. Somit war es für die Zuschauer recht sehenswert, für uns als Trainer eher weniger. Wir haben zur Halbzeit frische Leute gebracht, Stille holt den Elfmeter heraus und Janik verwandelt. Aber auch danach hatten wir wenig Spielkontrolle. Ein typisches erstes Spiel. Wir haben aber alles wegverteidigt. Glauchau hat ein gutes Spiel gemacht. Zum Glück haben wir den letzten Konter wenigstens perfekt ausgespielt, das war vorher nicht so. Es war ein 2:0-Arbeitssieg, den ich gerne mitnehme. Wir haben gesehen, was wir können, aber auch, was wir noch nicht können. Wir sind geerdet und gewarnt. Es wird nicht so einfach, wie vielleicht manche denken. Trotzdem freue ich mich auf die Arbeit mit den Jungs und denke, dass die Mannschaft mit jedem Erfolg immer besser wird.
J. K.
Tore: 1:0 Mäder (49.Straftstoß), 2:0 Stiller (90+3)
ZFC Meuselwitz: Sedlak, Mäder (89.Smyla), Schulz (84.Teßmer), Schröder (46.Kone), Nitschke, Schätzle, Hansch, Rücker, Müller, Born, Kießling (46.Stiller)
Glauchau: Wimmer, Hähnel, Hetzsch, Knoll (66.Drechsel), Werrmann (80.Barthel), Herthel (75.Mey), Sovago, Fischer, Bernhardt, Anger, Barth
Zuschauer: 637
Gelbe Karten: Schröder, Müller, Kießling, Stiller (alle ZFC) | Fischer, Hähnel, Barth, Bernhardt (alle Glauchau)
Schiedsrichter: Andy Stolz | Fabio Stemmler und Baldur Berg
|