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Männer | Landespokal Thüringen

FC CZ Jena vs. ZFC Meuselwitz
1 : 0

DER GROSSE TRAUM IST LEIDER GEPLATZT


Am Samstag, dem 23.05.2026, verlor unser ZFC in der Jenaer Ad-hoc-Arena das Finale um den Thüringer Landespokal gegen den FC Carl Zeiss Jena denkbar knapp mit 0:1. Dabei zeigte unsere Mannschaft eine gute Leistung und bot dem Favoriten ordentlich Paroli. Den Hausherren reichte der goldene Treffer von Manasse Eshele, Sekunden vor dem Pausenpfiff, um am Ende den Pokal zurück ins „Paradies" zu holen.

Es war für viele von uns keine einfache Woche. Der tödliche Unfall unseres Freundes und Mitstreiters Moritz hatte tiefe Spuren hinterlassen, und auch an uns, die ihn auch außerhalb des Fußballs gut kannten, ging das natürlich nicht spurlos vorbei. Trotzdem und auch in seinem Sinne machte sich eine große Schar an Zipse-Fans mit auf den Weg nach Jena, um die Mannschaft bei ihrem letzten großen Spiel der Saison zu unterstützen. Zusammen mit dem „Rest" der 10564 Zuschauer sorgten sie für eine hervorragende Zuschauerkulisse.

Es war also angerichtet. Zudem meinte es auch der Wettergott an diesem Tag gut mit uns. Jeder im weiten Rund dachte nun, dass die Zeiss-Kicker eindrucksvoll ihre erwartete Übermacht ausspielen würden. Doch es kam anders, denn der Favorit aus Jena war an diesem Tage nur durch den Auftritt seiner Fans übermächtig. Die riesige blaue Wand unterstützte lautstark ihre Mannschaft und versuchte schon von Anfang an, ihre Jungs nach vorn zu treiben. Unser ZFC hielt aber von Anfang an gut dagegen und versuchte selbst, Nadelstiche zu setzen. In den Spielminuten sieben und neun wäre sogar eine Zipsendorfer Führung möglich gewesen. Erst durch einen Kopfball von Ben Nitschke nach einem Eckball, der knapp am Tor vorbeiging, und dann durch einen Schuss von René Eckardt aus spitzem Winkel, der den Jenaer Kasten auch nur knapp verfehlte. Nach einer Viertelstunde brachte Sören-Kurt Reddemann einen langen Ball in den Strafraum. Dabei gerieten kurz Zipse-Keeper Lukas Sedlak und Manasse Eshele aneinander. Doch eine Umarmung schlichtete die Situation. So nach und nach kam auch der FC Carl Zeiss Jena besser in die Partie und es entwickelte sich ein offenes Spiel. Große Gelegenheiten kamen aber weder auf der einen noch auf der anderen Seite heraus. Man merkte: Es steht viel auf dem Spiel. So wollte keiner zu viel riskieren, und darunter kann natürlich ein Spiel auch leiden. Ein Kopfball von Kevin Lankford, den Lukas Sedlak gut parierte, und ein langer Ball auf Florian Hansch, den der Zipsendorfer Angreifer nur knapp verfehlte, viel mehr gab es nicht zu erwähnen. Gegen Ende der ersten Halbzeit erspielten sich die Hausherren ein leichtes optisches Übergewicht und erhöhten etwas die Taktzahl. Jedoch hatte unsere Mannschaft bislang alles erfolgreich wegverteidigt und wieder einmal gezeigt, dass sie eigentlich auch mit solchen Größen wie der Thüringer Nummer 1 mithalten kann. Aber dann lief die Nachspielzeit der ersten Halbzeit und da zeigte sich eben der Unterschied. Als der Schiedsrichter die Pfeife schon im Mund hatte, brachten die Jenaer einen letzten Ball nochmal auf Kevin Lankford, der sich gut durchsetzte, zur Grundlinie marschierte und den Ball perfekt auf Manasse Eshele zurücklegte. So brauchte der Sturmriese nur noch den Fuß dranhalten, um seine Mannschaft unter dem tobenden Beifall der Jena-Fans mit 1:0 in Führung zu bringen (45.+3). Dann war Halbzeit.

Kleiner Fauxpas am Rande: Auf dem Weg von der Pressetribüne nach unten, um ein paar Pausenstimmen einzufangen, bin ich leider, da ich eine Abkürzung mit dem Aufzug nehmen wollte, im selbigen stecken geblieben. Wurde aber im Küchenbereich von einem freundlichen Mitarbeiter kurze Zeit später befreit. Viel hatte ich nicht verpasst nach dem Seitenwechsel.

In der 52. Spielminute hätte Zipse-Kapitän und Jenaer Legende René Eckardt fast Timon Burmeister an der Strafraumgrenze das Leder abgeluchst. Doch Marius Liesegang hatte aufgepasst und konnte klären. In der Folge kann man das Spiel getrost mit den Worten beschreiben: Die einen wollten nicht, und die anderen konnten nicht. Chancen gab es so gut wie keine mehr. Viele Unterbrechungen durch kleinere Fouls und wenig Spielfluss. Nach 63 Minuten ergab sich nochmal eine gute Gelegenheit für die Hausherren. Aber Lukas Sedlak war bei dem starken Kopfball von Malik Talabidi zur Stelle und lenkte das Leder über die Querlatte. In der 70. Spielminute wurde es nochmal emotional. Auch die Jena-Fans gedachten mit einem Spruchband unserem lieben Moritz: „Danke für diese respektvolle Aktion, an der man sieht, wie doch der Fußball die Menschen verbinden kann." Auf dem Platz passierte nicht mehr viel. Zwar war unsere Mannschaft stets bemüht, noch irgendwie den Ausgleich zu erzwingen, doch im Endeffekt war es wie schon so oft in dieser Spielzeit offensiv einfach nicht genug. Zudem verteidigten die Hausherren alles konsequent weg und das nahezu problemlos. Marcel Hoppe hatte sogar noch das 2:0 auf dem Fuß, doch sein Schuss ging haarscharf am langen Pfosten vorbei (87.). Nur eine Zeigerumdrehung später verabschiedeten die Zeiss-Kicker ihre Legende Justin Schau. Er beendete nach neun Jahren im Jena-Trikot seine Profilaufbahn und verließ unter Beifall den Rasen. In der Nachspielzeit holte unser ZFC nochmal einen Eckball heraus und Luis Fischer versuchte sich noch mit einem Fernschuss. Bedauerlicherweise fand auch dieser Abschluss nicht den Weg ins Jenaer Tor und so stand fest: Unsere Mission, den Titel zu verteidigen, war leider misslungen und der Pokal ist zurück im Paradies. Glückwunsch an dieser Stelle an den FC Carl Zeiss Jena.

Fazit: Es ist vorbei, das Ding ist durch, und dem FC Carl Zeiss Jena können wir nur zum Sieg gratulieren. Vielleicht wartet auf sie in der ersten DFB-Pokalrunde ein attraktiver Gegner. All den Spielern und Verantwortlichen, die unseren Verein verlassen, wollen wir DANKE sagen und wünschen ihnen für die Zukunft alles Gute. Für alle, welche der ZFC-Familie erhalten bleiben oder neu dazukommen, heißt es nächste Saison in der Liga (in welcher auch immer), wie im Pokal wieder anzugreifen. In diesem Sinne bleibt schön gesund, wir sehen uns.

Auch wenn die „aktive" Fußballsaison für unsere erste Mannschaft nun beendet ist, geht der Spielbetrieb für viele andere Mannschaften der ZFC-Familie weiter. Neben einigen Partien im Nachwuchsbereich haben auch unsere Mädels noch ein Spiel zu absolvieren (Sonntag, den 31.05.2026 gegen Merkwitz), und auch unsere zweite Herrenmannschaft möchte zeitnah ihren Aufstieg in die Landesklasse perfekt machen und ist auch noch als Titelverteidiger im Kreispokal vertreten. Kommt vorbei und schaut euch diese Spiele an.

Stimmen zum Spiel 

Georg-Martin Leopold (Trainer Meuselwitz): Horst Hrubesch hat mal zu mir gesagt: Finale zu verlieren macht überhaupt keinen Sinn, und da stimme ich ihm zu. Wenn man sieht, wie wir lange Zeit heute hier gespielt haben, ist es extrem bitter, das Spiel zu verlieren. Am Ende haben wir für ein spannenderes Finale gesorgt, als alle erwartet haben. Haben aber auch gezeigt, warum wir in letzter Zeit keine Spiele mehr gewinnen konnten. Wir hatten über einen Standard und zwei gute Umschalter gute Möglichkeiten, hier in Führung zu gehen, und bekommen dann vor der Pause, drei Sekunden vor Ablauf der Nachspielzeit, das 1:0 gegen uns. Und das mit der ersten richtigen Chance von Jena. Das zeigt, warum die beiden Mannschaften tabellarisch dort stehen, wo sie stehen. Vielleicht macht mich die emotionale und kämpferisch starke Leistung, die die Jungs nach der Niederlagenserie hingelegt haben, in zwei, drei Tagen stolz. Trotzdem verliert man im Finale halt nicht gern. 

Volkan Uluc (Trainer Jena): Wir haben alle zusammen eine grandiose Saison hinter uns. Das Ergebnis war knapp. Wir sind Vizemeister und Pokalsieger, ich glaube, einen besseren Abschluss kann man sich nicht wünschen. Vielen Dank an meine Mannschaft, an den Club und an die Zuschauer, die uns so unterstützt haben. Heute haben auch der tolle Rahmen und die Atmosphäre gepasst. Auch, und das weiß jeder, dass die finanziellen Mittel, die man mit einem solchen Sieg bekommt, sehr wichtig sind. Es war sehr wichtig, heute auch von der physischen Seite her richtig da zu sein, und das haben die Jungs heute toll gemacht.

J.K.


Tore: 1:0 Eshele (45.+3)

CZ Jena: Liesegang, Reddemann (88.Hehne), Lankford (83.Oduah), Prokopenko (73.Hoppe), Eshele (56.Weihrauch), Talabidi, Fritz (83.Werner), Schau, Butzen, Burmeister, Hessel

ZFC Meuselwitz: Sedlak, Rehder (87.Trübenbach), Stiller (63.Fischer), Oke, Pfeil, Nitschke, Wurr (63.Balde), Pauling (78.Pilger), Hansch, Eckardt, Schmökel

Zuschauer: 10564

Gelbe Karten: Burmeister, Lankford (alle Jena) | Stiller, Pfeil, Wurr (alle ZFC)

Schiedsrichter: Johannes Drößler | Paul Drößler und Konrad Götze | 4. Offizieller: Paul Baudis


Pressekonferenz

Spielzusammenfassung

Homepage ZFC Meuselwitz