DIE LAGE SPITZT SICH ZU – ZIPSE VERLIERT AUCH GEGEN CHEMIE
Es bleibt leider bittere Realität. Unser ZFC kann zu Hause gegen die BSG Chemie Leipzig wieder nicht punkten. Gerade jetzt, wo es so dringend nötig gewesen wäre. So unterlagen die Schützlinge von Trainer Georg-Martin Leopold am Sonntag, dem 03.05.2026, nach einem schwachen Auftritt glatt mit 0:4. Unsere Jungs wirkten von Anfang an müde und mussten schon nach drei Minuten durch einen Treffer von Stanley Ratifo einem Rückstand hinterherlaufen. Der mosambikanische Nationalspieler erhöhte Mitte der ersten Hälfte auf 0:2 und legte auch mit einem Strafstoßtor kurz vor dem Pausenpfiff den dritten Chemie-Treffer nach. Als kurz nach Wiederanpfiff erneut durch die Leipziger Nummer 30 das vierte Tor für die Chemiker fiel, war das Ding natürlich durch. Zwar versuchte unser ZFC in der zweiten Halbzeit noch, etwas Druck zu machen, aber es hat einfach nicht gereicht. So passte an diesem Tag die Leistung bedauerlicherweise auch zum Tabellenplatz und man kann nur hoffen, dass die ganze Sache nicht noch in die Hose geht.
Es war angerichtet. Bestes Fußballwetter und es waren 3137 Zuschauer, darunter natürlich wie angekündigt der größere Teil in grün-weiß, gekommen, um die Regionalliga-Partie zwischen unserem ZFC und der BSG Chemie Leipzig zu sehen. Unsere Mannschaft hatte sich viel vorgenommen, doch nach drei Minuten lag das Leder das erste Mal im eigenen Tor. Nach einem Ballverlust brachte Cyrill Akono das Leder nach innen, Stanley Ratifo scheiterte zwar im ersten Versuch noch an Lukas Sedlak, setzte aber energisch nach und drückte den Abpraller doch noch über die Linie. Schlechter kann ein Spiel nicht beginnen. Aber man merkte danach schnell, dass unsere Mannschaft sich extrem schwertat. Chemie hatte, getragen von den lautstark supportenden Zuschauern, das Spiel komplett an sich gerissen und wollte natürlich nachlegen. In der 14. Spielminute hatten die Gäste dann auch die nächste gute Gelegenheit. Nach einem langgezogenen Freistoß lief Marc Enke perfekt ein. Zum Glück war Lukas Sedlak zur Stelle und konnte den Kopfball parieren. In der Folge versuchte unser ZFC offensiv etwas aktiver zu werden, doch die Aktionen waren nicht zielstrebig genug und es blieben eher Bemühungen. Die Chemiker hingegen lauerten auf ihre Gelegenheiten, und nach einem Ballverlust zog Nils Lihsek einfach mal ab. Auch dieser Schuss lag nicht schlecht, ging aber knapp am Tor vorbei (23.). Ja, es lief nichts zusammen bei unseren Jungs, und nach einem Chemie-Eckball in der 25. Spielminute wurde es noch schlimmer. Die von Nils Lihsek gut getretene Ecke ging bis zum langen Pfosten durch, wo erneut Stanley Ratifo goldrichtig stand und unbedrängt einschieben konnte. Es gelang wieder einmal unserer Mannschaft nicht, so einen Ball konsequent zu verteidigen. Zipse war in der letzten Zeit arg gebeutelt worden und das merkte man. Die Jungs waren extrem verunsichert und es fehlte der Mut. So waren 34 Minuten gespielt, als Hendrik Wurr mal den Abschluss suchte, doch sein Schuss ging weit über das Tor. Kurz vor der Halbzeitpause kam es dann knüppeldick. Bei einem Rettungsversuch von Lukas Sedlak rauschte er mit Cyrill Akono zusammen. Stanley Ratifo war wieder frei, drückte das Leder aber an die Querlatte. Jedoch gab es einen Elfmeter, den die Nummer 30 der Gäste problemlos zum 0:3 verwandeln konnte und somit seinen lupenreinen Hattrick perfekt machte (45.+1). Dann war Pause.
Es war Sprachlosigkeit unter den Zipse-Anhängern. Jeder ahnte schon, dass das heute mächtig in die Hose gehen würde. Auch ich habe selten so einen verunsicherten ZFC gesehen. Die Chemiker hatten ohne großen Aufwand unsere Mannschaft regelrecht vorgeführt. Es waren viele traurige und ängstliche Zipsendorfer Gesichter zu sehen.
Nach dem Seitenwechsel brachte unsere Bank ein paar neue Kräfte. Unter ihnen Califo Baldé, der gleich mal einen Durchbruch startete. Aber auch seine Hereingabe wurde erfolgreich von den Gästen geblockt. In der 51. Spielminute machten die Chemiker dann gänzlich den Deckel drauf. Wieder bekam unsere Mannschaft nach einem Eckball den Ball nicht geklärt. Lukas Sedlak kann einen ersten Abschlussversuch noch stark parieren, doch dann ist wieder Stanley Ratifo da und schiebt mit seinem vierten Treffer an diesem Tag zum 0:4 ein. Nach gut einer Stunde hatte dann unsere Mannschaft eine erste nennenswerte Torchance. Florian Hansch prüfte mit einem guten Schuss Chemie-Keeper Marcel Bergmann, der den Ball aber stark parieren konnte. Es war in Summe eben einfach zu wenig, was offensiv von unseren Kickern kam. Zudem war Chemie immer da und bestrafte die Fehler unserer Hintermannschaft. Zwar bemühte sich Zipse in der Folge noch, wenigstens ein paar positive Akzente zu setzen, doch zählbares kam nicht mehr dabei heraus. In der 74. Minute lag sogar noch das 0:5 in der Luft, doch Felix Rehder konnte gegen Man of the Match Stanley Ratifo in höchster Not klären. Kurz vor Schluss gab es dann nochmal diesen Zweikampf und wieder war der Zipsendorfer Abwehrrecke Sieger. Die Chemiker forderten zwar bei diesem Duell Elfmeter, doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm (86.). Ein paar Minuten später ertönte sie dann doch, und es war Schluss. Glückwunsch an die Chemiker, denen wir heute aber das Leben extrem leicht gemacht haben.
Fazit: Schade, aber manchmal reicht eben ein „Mann des Tages" wie Stanley Ratifo aus, um ein Spiel zu entscheiden. Die erste Hälfte war aus Zipsendorfer Sicht bedauerlicherweise erschreckend schwach. So kann man im Abstiegskampf nicht auftreten. Es ist eben der Wurm drin im Spiel unserer Jungs, und auch kämpferisch wirkten sie müde und gehemmt. Es macht sich richtig Abstiegsangst breit im Zipsendorfer Lager, eine Angst, die man bis dato noch nicht so richtig kannte. Sie macht die Leute ruhig, sprachlos und unsicher. Fakt ist, es ist und bleibt ein Zittern und Bangen, vielleicht sogar bis zum Rückspiel der Relegation. Vielleicht kann man aber mit zwei Siegen noch eine Mannschaft hinter sich bringen. Dafür muss unser Team aber alles auf dem Platz lassen und wir müssen sie weiter bedingungslos unterstützen.
Stimmen zum Spiel Alexander Schmidt (BSG Chemie Leipzig): Nach dem 4:0-Sieg bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft. Sie haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, und gezeigt, was Abstiegskampf bedeutet. Keiner will runtergehen, und darum stehen wir seit Wochen unter Druck. Wir konnten auch Verletzte kompensieren, wussten aber, dass es hier ein schweres Spiel wird. Wir wussten auch, dass wir, wenn wir gegen diese gute Mannschaft zu passiv agieren, es sehr schwer werden würde. Deshalb bin ich sehr stolz, dass unsere Spieler das sehr aktiv und konzentriert angegangen haben und damit der Gegner nicht zur Entfaltung kam. Trotzdem wünsche ich euch alles Gute und viel Erfolg, dass ihr in der Liga bleibt. Georg-Martin Leopold (ZFC Meuselwitz): Glückwunsch an Chemie zu dem klaren Sieg. Heute hat man gesehen, was Fußball für ein Momentum-Sport ist. Wir haben jetzt leider in fünf Wochen unsere sehr gute Ausgangsposition hergeschenkt. Wir wussten und wollten vieles besser machen. Aber wenn du dann, nach so einem Rückschlag in Chemnitz durch das Tor in der 94. Minute, dem Gegner heute nach dem frühen Rückstand das Spiel wieder auf das Silbertablett legst, dann muss man auch mal zugeben, dass wir heute der Sache, gerade in der ersten Hälfte, mental nicht gewachsen waren. Der ganze Stress und die Misserfolge der letzten Wochen haben sich heute auf dem Spielfeld gezeigt. Wir waren Chemie in allen Belangen unterlegen. Man hat gesehen, dass die Jungs gerade in der ersten Halbzeit zwar wollten, aber einfach nicht konnten. So eine Niederlagenserie macht ja auch was mit dir. Wir sind jetzt in einer bescheidenen Ausgangssituation für die letzten beiden Spiele, müssen uns alle sammeln, und ich hoffe, dass wir es doch am Ende noch alle gemeinsam schaffen.
J.K.
Tore: 0:1 Ratifo (3.), 0:2 Ratifo (25.), 0:3 Ratifo (45. Straftstoß), 0:4 Ratifo (51.)
ZFC Meuselwitz: Sedlak, Stiller (46.Balde), Kaymaz, Oke, Pfeil, Nitschke (63.Rehder), Wurr, Pauling (83.Seidemann), Hansch, Pilger (63.Teßmer), Eckardt (46.Schmökel)
BSG Chemie Leipzig: Bergmann, Hoops, Enke, Seidel (76.Bulland), Aliji (57.Seidemann), Wendt (76.Nadjombe), Lihsek, Ratifo (85.Bunge), Kießling, Bell, Akono (57.Hoffmann)
Zuschauer: 3137
Gelbe Karten: Eckardt, Stiller, Sedlak, Pilger, Pfeil (alle ZFC) | Kießling, Aliji, Seidel (alle BSG)
Schiedsrichter: Florian Lukawski | Daniel Läser und Tobias Brehm | 4. Offizieller: Tim Haubenschild
PressekonferenzSpielzusammenfassung
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