ZIPSE ROCKT ERNEUT DIE AD-HOC-ARENA
Am Freitag, dem 13.03.2026, konnte unser ZFC zwar glücklich, aber aufgrund der zweiten Hälfte nicht unverdient, erneut im Jenaer „Paradies" gewinnen. Dabei sah es in der ersten Halbzeit noch ganz anders aus. Die Hausherren machten unwahrscheinlich Druck und erarbeiteten sich eine Vielzahl an hochkarätigen Torchancen. Nur dem Jenaer Abschlusspech und einem wieder einmal überragenden Lukas Sedlak war es zu verdanken, dass der Tabellenzweite zur Pause nicht uneinholbar führte. In der zweiten Hälfte ging dann der Gastgeber durch einen verwandelten Handelfmeter von Maxim Hessel doch mit 1:0 in Führung. Zipse konnte jedoch auch nach einem strafbaren Handspiel vom Punkt ausgleichen und durch einen satten Schuss von Luis Fischer in einer nun ausgeglichenen Partie kurz vor Schluss den Lucky Punch setzen. Damit war dem Favoriten der Stecker gezogen und die Punkte gingen mit an die Schnauder.
Vor immerhin 6607 Zuschauern, darunter auch knapp 70 Zipse-Sympathisanten, legten die Hausherren schon von Anfang an intensiv los und holten sich sofort zwei Eckbälle hintereinander. Kurz darauf zeigte sich auch Kevin Lankford das erste Mal gefährlich vor dem Zipsendorfer Tor, konnte aber im Verbund geblockt werden (8.). Quasi im Gegenzug gab es dann auch für unseren ZFC einen ersten Offensivmoment. Hendrik Wurr hatte aus spitzem Winkel Marius Liesegang geprüft, der aber den Schuss entschärfen konnte (9.). In der Folge übernahm der favorisierte Gastgeber gänzlich die Spielkontrolle und setzte die Zipsendorfer Abwehr unter Dauerdruck. Jena spielte munter drauflos und erarbeitete sich Chance um Chance. In der 12. Minute scheiterte Emeka Oduah nach gutem Zuspiel an Lukas Sedlak. Wenige Minuten später scheiterte derselbe Spieler mit einem Heber am Zipse-Keeper (21.). Vier Zeigerumdrehungen später packte Alexander Prokopenko einen Hammer aus und zog aus gut 25 Metern mal ab. Auch da war wieder Lukas Sedlak zur Stelle, doch es ging weiter nur in eine Richtung und es ergaben sich weitere hochkarätige Jenaer Möglichkeiten. So war knapp eine halbe Stunde gespielt, als Kevin Lankford wieder eine gute Chance zur wohl längst überfälligen Führung liegen ließ. Wieder war es Lukas Sedlak, der mit einer Parade zur Stelle war und für Zipse die Null festhielt (29.). Nur eine Minute später gab es dann endlich mal einen Entlastungsangriff für unseren ZFC. Christoph Pauling wurde geschickt, ging auf und davon, wurde aber noch im letzten Moment gestellt (30.). Als Kevin Lankford nach 32 Minuten erneut mit einer Riesenmöglichkeit an Lukas Sedlak scheiterte, wurde der Jenaer Anhang so langsam unruhig. Doch der Gastgeber gab weiter Gas und hatte auch noch kurz vor der Pause ein paar gute Möglichkeiten, das 1:0 zu erzielen. Doch weder Timon Burmeister (38.) noch Kevin Lankford, der in der Folge noch drei Buden (41./42./45+2.) liegen ließ, konnte den FC Carl Zeiss Jena in Führung schießen. Schließlich überstand unser ZFC den unwahrscheinlichen Angriffsdruck des Gastgebers in der ersten Halbzeit ohne Gegentor, und so ging es mit einem äußerst glücklichen 0:0 aus Zipsendorfer Sicht in die Pause.
Zur Halbzeit sah man nur schüttelnde Köpfe bei dem einheimischen Anhang. Soviel Chancen und kein Tor. So etwas rächt sich ja meistens. Wir Zipsendorfer waren hingegen froh, dass es nicht schon 4:0 oder höher stand. Was vor allem ein Verdienst unseres glänzend aufgelegten Keepers Lukas Sedlak war. Ich kann nur hoffen, dass der Kollege, der mit seinem Kommentar beim MDR nach dem Zehlendorf-Spiel einen Austausch unseres Torhüters gefordert hatte, diesmal richtig hingeschaut hat.
Nach dem Seitenwechsel erwartete jeder, dass das Feuerwerk der Hausherren nun weitergehen würde. Jena hatte auch die erste gute Möglichkeit im zweiten Durchgang. Timon Burmeister brauchte jedoch, nachdem er perfekt von Kevin Lankford in Szene gesetzt wurde, etwas zu lange und wurde von der Meuselwitzer Abwehr geblockt (52.). Nur eine Zeigerumdrehung nach dieser Möglichkeit wurde es auf der anderen Seite gefährlich. René Eckardt versuchte es mit einer direkten Ecke, die von den Jenaern gerade noch so geklärt werden konnte (53.). Dann wieder Jena. Eine Flanke von Kevin Lankford versuchte der Jenaer Patrick Weihrauch per Kopf aufs Tor zu bringen, trifft aber dabei den Arm von Hendrik Wurr. Schiedsrichter Paul Drößler entschied sofort auf Strafstoß. Maxim Hessel, im Paradies liebevoll der Büffel genannt, trat an und ließ Lukas Sedlak keine Chance (56.). Ohne Frage: Die Führung war mehr als verdient und der überwiegende Teil im weiten Rund rechnete jetzt damit, dass unser ZFC nun sang- und klanglos untergehen würde. Doch dann kam alles ganz anders. Unsere Jungs behielten die Köpfe oben und zeigten sich kaum geschockt. So wurde einige Minuten nach der Jenaer Führung wieder einmal Christoph Pauling geschickt, der nach seinem unnachahmlichen Lauf die Kugel nach innen brachte und dabei den Arm von Sören Reddemann traf: Elfmeter. Jetzt trat Florian Hansch an und verlud Marius Liesegang zum 1:1 (67.). Danach war unser ZFC richtig drin im Spiel und versuchte, über schnelle Umschalter Nadelstiche zu setzen. Der Gastgeber versuchte zwar weiter anzugreifen, doch die Dominanz der ersten Hälfte war Geschichte. So hatte Luis Fischer nach einer schönen Flanke kurz nach dem Ausgleich sogar die Führung auf dem Fuß, aber ihm versprang bedauerlicherweise der Ball (69.). Dann kam nochmal der Tabellenzweite und hatte durch Timon Burmeister die Chance zur erneuten Führung, doch sein Abschluss war nach 72 Minuten zu lasch. Es lief dem Gastgeber so langsam die Zeit davon und in der 84. Spielminute hatte Florian Hansch sogar nochmal einen guten Abschluss, der aber knapp das Tor verfehlte. Unser ZFC wäre wohl mit dem Punkt mehr als zufrieden gewesen, doch dann hatte Luca Bürger eine geniale Idee. Er bediente in der 89. Minute nochmal perfekt Luis Fischer, der das Leder direkt nahm und die Kugel sehenswert in die Maschen hämmerte. Natürlich gab es auf der Zipsendorfer Bank kein Halten mehr. Was für ein geiles Tor nach so einem Spielverlauf! Ohne Probleme überstand unser ZFC die sechsminütige Nachspielzeit und feierte wie im Jahr zuvor einen Auswärtssieg im Paradies.
Fazit: So kann auch mal ein Freitag der 13. zum Glückstag werden. Was war das denn wieder mal für eine geile Moral, die unsere Jungs gezeigt haben? In der ersten Halbzeit gerade so ein „Dauerfeuer" des Favoriten schadlos überstanden und dann doch durch einen Handelfmeter in Rückstand geraten. Jedoch hat die Mannschaft immer an sich geglaubt, vom Punkt sicher ausgeglichen und am Ende noch den Siegtreffer erzielt. Da sieht man, dass im Fußball alles möglich ist, wenn man nur daran glaubt. Jetzt geht’s nach Eilenburg, was auch nicht einfach wird, wo aber Zipse mit breiter Brust anreisen kann.
Stimmen zum Spiel Georg-Martin Leopold (ZFC Meuselwitz): Hier beim Zweiten zu gewinnen, da muss man sich erstmal kneifen. Aber wir genießen das. Die Mannschaft hat das gegen Ende des Spiels richtig gut gemacht und mit dem Lucky Punch kurz vor Schluss sogar drei Punkte eingetütet. Wir haben es, wie im letzten Jahr, wieder geschafft, hier in Jena zu gewinnen, und da ist natürlich die Genugtuung groß. Was aber Jena heute in der ersten Hälfte an Angriffswucht auf den Platz gebracht hat, dem konnten wir kaum widerstehen und waren körperlich Jena total unterlegen. Es hätte da schon 4:0 stehen können. Nach der Pause geraten wir doch in Rückstand, doch wir haben dann mit dem Elfmeter Aufwind bekommen und am Ende, sicher glücklich, gewonnen. Aber wenn der Gegner die Chancen nicht nutzt und wir zwei Tore machen, nehmen wir den Sieg gerne mit. Wir schaffen es jetzt auch, gegen große Mannschaften zu punkten. Von daher hat die Mannschaft morgen frei, soll den Sieg genießen und am Sonntag bereiten wir uns auf Eilenburg vor. Volkan Uluc (FC Carl Zeiss Jena): Die Probleme, die wir gegen Altglienicke und gegen Eilenburg hatten, haben sich leider fortgeführt. Wir vergeben einfach zu viele Großchancen und das rächt sich. Ich habe selten in der Liga so eine Halbzeit mit so einer Dominanz gesehen, wo du durchkommst und eigentlich Hochkaräter im Minutentakt hast. Und dann stehst du hier und musst ein 1:2 erklären. Wir gehen durch den Elfmeter dann doch in Führung, aber dann kam auch der Elfmeter auf der Gegenseite. Dann gingen die Köpfe runter. Unser Problem ist: Wir haben in zwei Heimspielen gerade mal ein Elfmetertor erzielt, und das bei dem Riesenaufwand. Der zweite Gegentreffer hat dann noch zum Abend gepasst. Wir werden in jedem Spiel alles geben, aber wenn wir da weiter solche Chancen liegen lassen, wird der Aufstieg keine Rolle spielen.
J.K.
Tore: 1:0 Hessel 56.Strafstoß), 1:1 Hansch (67.Strafstoß), 1:2 Fischer (89.)
CZ Jena: Liesgang, Reddemann, Lankford, Oduah (73.Hehne), Prokopenko (73.Wähling), Talabidi, Weihrauch (74.Suljic), Fritz, Butzen, Burmeister, Hessel (84.Hoppe)
ZFC Meuselwitz: Sedlak, Rehder (46.Bürger), Stiller, Pfeil, Nitschke, Wurr, Pauling (78.Seidemann), Balde (46.Fischer), Hansch, Eckardt, Schmökel
Zuschauer: 6607
Gelbe Karten: Weihrauch, Lankford (alle Jena) | Eckardt, Nitschke, Bürger, Pfeil (alle ZFC)
Schiedsrichter: Paul Drößler | Johannes Drößler und Patrick Kluge
PressekonferenzSpielzusammenfassung
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